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Tach

...da ich gestern auf anraten einer bestimmten Person versucht habe die Werbung aus meinem Blog zu kicken, ist mein ganzer Blog gleichzeitig zerschossen worden...

Edit: Der Linke des Monats: K?lner Gangsta Kids
8.2.06 14:17


Tja...

...so schnell kann's gehn. Da nehm ich mir den guten Rat zu Herzen, die Werbung aus meinem Blog zu l?schen und schon verschie? ich total das Layout und alles. Leider gab's kein Backup oder sonstiges, aber naja, das Design war sowieso ?berf?llig und dunkelgr?n ist mit wei? schon 'ne schicke Farbe.
Heute lag ich den zweiten Tag faul zu Hause rum, eigentlich hatte der arzt mich ja bis Sonntag krankgeschrieben, aber ich denke morgen werd ich mal wieder in der Schule vorbeischauen, mal sehn was so geht.
Mein Vetter Hussein in Lybien konnte ich heut einen gro?en Gefallen tun und hab ihm bei Ebay eine D?nemark Fahne ersteigert. Ich finde es gut, dass er endlich mal ein bisschen Farbe in sein Zimmer bringen will, wie er sagt.
Ansonsten hab ich grad Probleme meine Vorsatz der gesunden Ern?hrung zu verwirklichen. Aber dieses ganze Gem?se wird einem einfach nach einer Woche l?stig.

Gerade h?rend:

"Allah Schawada A'm - Mechas'em"
(von meinem Vetter aus Lybien)

P.S.: Wusstet ihr, dass es in Norwegen gesetzlich vorgeschrieben ist, dass jede Kuh ihre eigene Matraze haben muss, weil sie sich so wohler f?hlen und sogar 10% mehr Milch geben sollen!
8.2.06 22:58


Nachtrag

..ganz klar das Bild des Monats:


8.2.06 23:58


Der Mob, die Medien und die Mehrheit
Die Bilder vom Aufruhr der Muslime sagen wenig ?ber das Verh?ltnis zwischen den Kulturen

Harald J?hner

Ein islamischer Geistlicher steht mit ausgebreiteten Armen vor der brennenden d?nischen Botschaft in Beirut. Die H?nde erscheinen im Schattenriss wie die von Nosferatu, dramatisch weht der schwarze Bart. Das Bild wurde im gestern erschienenen "Stern" mit der Unterzeile versehen: "Geistlicher heizt die Stimmung aufgebrachter Gl?ubiger in der libanesischen Hauptstadt an." Andere Bl?tter, auch diese Zeitung und die Agentur AFP, schrieben dagegen: "Muslimischer Geistlicher beschwichtigt Protestierer." Was stimmt denn nun? Ein halbes Dutzend Worte ver?ndern die Stimmung, in denen uns im Moment die Weltlage erscheint. So verh?lt es sich mit dem gesamten Konflikt. Nichts ist falscher, als das zu tun, wozu der Streit um die Mohammed-Karikaturen am meisten verlockt: aus ihm direkte R?ckschl?sse auf das Verh?ltnis zwischen den Kulturen im Allgemeinen zu ziehen. Ob Samuel Huntington mit seiner d?steren Prophezeiung vom Kampf der Kulturen Recht hatte oder nicht, ob statt Teilhabe am Wohlstand, Nationalit?t oder Bildung die Religion zum wichtigsten Identit?tsmerkmal der Menschen wird, dar?ber sagen die j?ngsten Bilder nicht viel aus.

Allerdings kann man sich zehnmal sagen, dass die Welt komplexer ist als im Fernsehen; sobald die neuesten Nachrichtenbilder ?ber den Bildschirm flimmern, passiert in Kairo wie in Berlin hunderttausendfach das Gleiche: Der Mensch nimmt Ausschnitt und Ausschnitt zusammen und beides f?r das Ganze. Das hat er gelernt, seit es das Kino gibt. Man sieht den Mob in Beirut, w?tende Demonstranten in Teheran, Steinewerfer in Pal?stina und zieht den Schluss: Da steht die Welt in Brand.

F?r das, was wir in den Weltnachrichten sehen, haben wir, anders als f?r Lokalnachrichten, keine relativierende Eigenwahrnehmung. Die Bilder von den hasserf?llten Menschen verraten nicht, wie repr?sentativ sie f?r den kulturellen Raum sind, aus dem sie kommen. Man sieht nicht einmal, wie klein der Mob ist, der vor westlichen Botschaften randaliert. Man sieht eine den engen Bildrahmen sprengende Menge w?tender Menschen. Der Ausschnitt suggeriert, dass die Menge schier endlos ist. Man kennt das Ph?nomen vom 1. Mai in Kreuzberg: Drei brennende Autos auf dem Mariannenplatz, zwei Schnitte in eine aufgebrachte Menge, und schon entsteht der Eindruck, eine Stadt versinke im Chaos.

In der Welt?ffentlichkeit der Gegenwart regiert eine unheilige Allianz von Mob und Medien. Wegen der emotionalen Kraft von Aufruhrbildern geh?rt die ganze Liebe des Fernsehens den randalierenden Menschen. Fr?her musste der Mob zu betr?chtlicher Gr??e anschwellen, um nach und nach Beachtung zu finden, heute reichen kleine Kommandos, um die Welt binnen Stunden in Angst zu versetzen. Ein paar Tausend Krawallmacher und Steinewerfer in verschiedenen St?dten der Welt gen?gen, um unser Bild von 1,5 Milliarden Muslimen zu pr?gen. Die schweigende Mehrheit, sie war noch nie stummer als in diesen Nachrichten.

Die Bilder des Mobs machen allerdings Politik, nicht nur dort, wo sie von despotischen Regimes bef?rdert werden. Die Gewalt des Mobs potenziert sich milliardenfach, so oft die immergleichen Szenen in den Fernsehern rund um den Globus gesehen werden. Gezwungenerma?en werden die Medien so zu seinen Helfershelfern. Nach dem gleichen Muster bedient sich der Terror der Medien und macht sich zum Repr?sentanten einer Religion. Die furchtbare Bedrohung, die vom Terror ausgeht, sagt bei allen Schrecken nichts aus ?ber das Verh?ltnis der Kulturen zueinander in Bezug auf die gro?en Mehrheiten. Vor dem Hintergrund des Schreckens sind wir aber auf das jeweils Schlimmste gefasst. Die zahllosen m??igenden ?u?erungen islamischer Organisationen machen auch in unseren Ohren wenig Eindruck. Das Alltagsleben mit seinem typischen Desinteresse zwischen den Religionen, die mentale Mittellage an Gl?ubigkeit, die die islamische Sph?re ebenso kennzeichnet wie den Alltag im Westen, hat in dieser ?sthetik der Erregung keine Chance auf Wahrnehmung. Es schl?gt die Stunde der Fanatiker. Das Nachrichtenwesen geh?rt den Krakelern, den Ausgeflippten und Wahnsinnigen, die wissen, dass ihre scheinbar spontanen Aktionen sofort in Bilder verwandelt werden, die um die ganze Welt jagen.

Weil die Aufr?hrer in Beirut, Jakarta und Damaskus wissen, dass sie vom ver?ngstigten Westen bereitwillig als Repr?sentanten der ganzen islamischen Gesellschaft wahr genommen werden, geben sie auf den Stra?en obskure symbolische Kriegserkl?rungen ab: Man fragt sich, woher pl?tzlich all die d?nischen Fahnen kommen, die vor den Kameras verbrannt oder zertrampelt werden. So stachelt die modernste Technik zu archaischen Drohgeb?rden und Schm?hungen an, die an Stammesfehden erinnern - das Global Village ist durch und durch altmodisch.

Die Welt ist klein geworden, hei?t es immer wieder, nur weil sie sich schneller umrunden und komplett in Aktienwerten darstellen l?sst. Nachrichtentechnisch ist sie auf einen Computer reduzierbar. Live und synchron erscheint sie in den Abendnachrichten - komprimiert auf das Sensationellste. Das Wichtigste ist das nicht.

Der Schriftsteller Orhan Pamuk, k?rzlich wegen einer Anklage aufgrund der Verunglimpfung des T?rkentums in eben diese Nachrichtenwelt geraten, hat am vergangenen Wochenende bei einer Rede in Berlin eine seitenlange Aufz?hlung von Beispielen aus dem Istanbuler Alltag vorgelesen, die f?r ihn diese Stadt und ihre eigent?mliche Melancholie bezeichnen. Eine verrostete Schaukel kam beispielsweise darin vor und M?nner, die nach einem Fu?ballspiel rauchend nach Hause streben. Aus diesen Dingen besteht die Wahrheit, aus dem Leben, das vor jeder Bedeutung einfach nur vor sich geht. Aus dem, was in den Nachrichten nichts hermacht, wohl aber in der Literatur. Dieses scheinbar Langweilige ist das Allerwichtigste, unsere Existenz, das Leben der schweigenden Mehrheit.

Das globale Dorf aber ist in seiner l?ckenlosen Zeichenhaftigkeit und Bedeutungssucht eine Chim?re, vor der man schnell den Respekt verliert, auch voreinander. Es ist ein enges, stickiges Dorf, in dem dumpfe Ressentiments mit feinster Technik verbreitet werden. Die Techniken zur kommunikativen Schrumpfung der Welt bilden f?r den Menschen eine gewaltige ?berforderung. Das Nachrichtenuniversum aus Satellitentechnik und Internet ist ein erf?llter Menschheitstraum, dessen Erhabenheit typischerweise f?r jede L?cherlichkeit offen ist. So k?nnen unter der klaustrophobischen Glocke des Global Village Karikaturen aus einer d?nischen Provinzzeitung den Anschein eines Weltbrandes entfachen. Man sitzt vor dem Fernseher wie die Gefangenen in Platos H?hlengleichnis. In Wirklichkeit ist die Welt so gro?, wie sie immer war. Unermesslich vielf?ltig und still wie die Menschen, die in den Nachrichten nicht vorkommen.

Quelle: Berliner Zeitung
9.2.06 14:28


...

Amir Taheri hat in der New York Post hat folgendes geschrieben:

Die Karikaturen wurden im September 2005 ver?ffentlicht und schlugen drei Monate lang offenbar keine Wellen.

Im Dezember packte eine Gruppe von militanten d?nischen Muslimen (eine "Sunni-Salafi-Gruppe") ihre Koffer voller Kopien der Karikaturen und ging auf Tour durch muslimische Hauptst?dte. Die 12 Karikaturen, die JP wirklich ver?ffentlicht hatte, erg?nzten sie mit einer viel gr??eren Zahl von beleidigenden Karikaturen des Propheten.

Sie wurden nicht nach Teheran gelassen, denn die schiitischen Iraner sahen sie nur als sunnitische Unruhestifter.
Sie gelangten aber nach Kairo, Damaskus und Beirut und konnten Abgesandte nach Saudi-Arabien schicken.

In Kairo teilte die Muslimische Bruderschaft der d?nischen Gruppe
mit, dass es die falsche Zeit sei, um viel Aufhebens ?ber die
Karikaturen zu machen. Die Bruderschaft war n?mlich gerade dabei, ihre Wahlstrategie zu planen und wollte als gem??igte politische Partei erscheinen, da wollte sie nicht als antiwestliche W?ter auftreten. Die F?hrer der Bruderschaft schlugen vor, die Sache bis Januar auf Eis zu legen.

Auch von der Hamas erhielten die militanten D?nen negativen Bescheid.
Die Hamas war gerade damit besch?ftigt, eine Wahl zu gewinnen und musste zumindest einen Teil des Pal?stinensischen Mittelstands f?r sich gewinnen. Die Hamas riet: Wartet, bis wir die Wahl gewonnen haben.

Ein offeneres Ohr fanden sie in Qatar beim Fernsehsender Al
Dschazira, der dem Emir geh?rt und darauf spezialisiert ist, Muslime gegen den Westen und die Demokratie im Allgemeinen aufzubringen. Der wichtigste Fernsehprediger des Senders, der ?gypter Jussuf al-Qaradawi (der auch mit dem Londoner B?rgermeister Ken Livingstone befreundet ist), war nur allzu scharf darauf, eine Fatwa auszusprechen, um die Lunte zu z?nden. Er mobilisierte sein Netzwerk militanter Muslimier Bruderschaften in Europa, um die Karikaturen zu attackieren und f?lschlich zu behaupten, dass Bilder im Islam
verboten seien und dass das D?nische Blatt "einen absoluten Grundsatz des einzig wahren Glaubens" verletzt habe.

Somit bekam der Ruf nach dem Dschihad das ersehnte gr?ne Licht eines Theologen. (Ironischerweise wird die Sektion der Bruderschaft, der al-Qaradawi vorsitzt, von der EU als NGO finanziert.)

Als die ersten "rent a mob"-Haufen auf den Fernsehschirmen der Welt auftauchten, merkte Ahmadinejad, dass es hier eine Kuh zum Melken gab.

D?nemark ist an der Reihe, den rotierenden Vorsitz des UN-
Sicherheitsrates zu ?bernehmen, w?hrend gleichzeitig zu erwarten ist, dass die Internationale Atomenergiebeh?rde den Iran an den Sicherheitsrat ?berweist und Sanktionen fordern wird. Was w?re also besser f?r den Iran, als D?nemark als einen "Feind des Islams"
hinzustellen und die Muslime gegen den Sicherheitsrat aufzuhetzen?

Um den Sunni-Salafi-Gruppen die Initiative abzunehmen und sich "an die Spitze der Bewegung zu stellen", beschwor Ahmadinejad schnell eine Verletzung der Handelsvertr?ge mit D?nemark herauf, um die Islamische Republik als F?hrer der Muslimischen Welt in der
antid?nischen Kampagne hinzustellen.

Syrien war der n?chste Trittbrettfahrer, wieder aus wirtschaftlichen Gr?nden. Die UN m?chten den Syrischen Pr?sidenten Bashar al-Assad und f?nf seiner Verwandten und Helfer, einschlie?lich seines j?ngeren
Bruders, zum Mord am fr?heren Libanesischen Premierministers Rafiq al-Hariri verh?ren. (Assad hat versucht, f?r sich selbst und seinen
Bruder Immunit?t auszuhandeln, wenn er die anderen ausliefert, aber die UN spielen da nicht mit.) Wie beim Iranischen Atomprogramm wird der Syrische Fall den UN-Sicherheitsrat unter D?nischem Vorsitz
erreichen. D?nemark als einen "Feind des Propheten" zu portr?tieren w?re nicht unpraktisch, wenn der Rat wie erwartet Assad und sein Regime f?r eine Reihe von politischen Morden verantwortlich macht.

Die Kuh der D?nischen Karikaturen wird also anders gemolken: Teheran und Damaskus haben eine diplomatische Kampagne lanciert, um den "Schutz der Religionen vor Blasphemie" auf die Tagesordnung des Sicherheitsrats zu bringen. Wenn das gelingt, werden das Iranische Streben nach der Atombombe und die Syrische Mordmaschinerie im Libanon zur Seite gedr?ngt, zumindest was das ?ffentliche Interesse
anbelangt.

Fernsehzuschauer k?nnten glauben, dass die ganze Muslimische Welt in Flammen steht, in heiligem Zorn, der sich in "spontanen
Demonstrationen" ?u?ert.
In Wahrheit hat sich die ?berw?ltigende Mehrheit der Muslime von den Umz?gen ferngehalten, die von den Radikalen und den Iranischen und Syrischen Sicherheitsdiensten veranstaltet wurden, selbst wenn sie sich von Karikaturen beleidigt f?hlten, die sie gar nicht gesehen haben.

D?nische und Norwegische Botschaften wurden nur an zwei Orten zerst?rt: Damaskus und Beirut. Wer Syrien kennt, wei?, dass es in dieser Diktatur keine spontanen Demonstrationen gibt. (Und selbst so hat die Syrische Geheimpolizei es nicht geschafft, mehr als 1000 Randalierer aufzubringen.) Die Syrische Regierung wies die Norwegische Bitte um zus?tzlichen Polizeischutz zur?ck. Die
Botschaften sollten also gebrandschatzt werden.

Die "rent a mob"-Attacken in Beirut waren noch zynischer. Die
Syrische Ba'ath-Partei, die Sunni-Salafi-Radikale seit Jahren
ermordet, eingekerkert oder deportiert hat, wandelte sich pl?tzlich von einer radikal-s?kularen und sozialistischen Partei zum "Vorreiter des Glaubens". Der Mob, der die Gewalttaten in Beirut beging, wurde mit Bussen aus Syrien herbeigeschafft und bestand aus militanten Anh?ngern der Muslimischen Bruderschaften, die niemals auf eigene Faust h?tten demonstrieren d?rfen.

Die Muslimischen Menschenmassen, die gegen die Karikaturen
demonstrierten, waren selten mehr als ein paar hundert; der
Muslimische Anteil an der Weltbev?lkerung wird auf 1,2 Milliarden
gesch?tzt. Und nur drei d?nische Botschaften in 57 Muslimischen
L?ndern wurden angegriffen.
12.2.06 19:34


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